Landesausstellung in Sachsen-Anhalt
Ein Höhepunkt der Veranstaltungen rund um 500 Jahre Bauernkrieg und 500. Todestag Thomas Müntzer wird die dezentrale Landesausstellung 2024/2025 darstellen: Verschiedene Partner und Orte laden die Besucher:innen zu ihren Ausstellungen ein.
Auf dieser Seite erfahren Sie in Zukunft mehr darüber.
Entdecken Sie unseren Flyer zur kommenden Landesausstellung in Sachsen-Anhalt!
Orte der Landesausstellung
(Änderungen vorbehalten)
Alle Veranstaltungen zu 500 Jahre Bauernkrieg und 500. Todestag Thomas Müntzer stehen unter dem Motto: "Gerechtigkeyt". Der stilisierte Kopf des Reformators im Kirchenfenster ist dabei die Bildmarke.
Thomas Müntzers "Gerechtigkeyt"
Dass Thomas Müntzer auf Seiten der Bauern gegen die Fürsten kämpfte - oder als Feldprediger mit nach Bad Frankenhausen zog - entsprang nicht dem Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit. Für den Reformator ging es nicht um den Sturz der Fürsten und Obrigkeiten - er wollte gottesfürchtige Obrigkeiten, die ihrer Pflicht nachkommen. Verhielten sich die Herrschenden jedoch tyrannisch, das heißt, verbaten sie den Gläubigen den Gottesdienstbesuch bei ihm oder rechten Predigern oder stellten ihren Willen vor den Willen Gottes, verfolgten sie Gläubige oder missachteten das Evangelium, dann musste Gerechtigkeit geübt und Widerstand geleistet werden.
Der Reformator erklärt in seiner Fürstenpredigt unter anderem, dass die Fürsten das Schwert haben um die Gottlosen zu vertreiben. Verletzen sie jedoch diese Pflicht, so soll man ihnen das Schwert nehmen. Sind sie selbst gottlos, so sind sie nicht die rechten Fürsten und müssen gestürzt werden. Das ist seine Gerechtigkeit gegenüber Gott, dem Evangelium und der Bibel.
"Gerechtigkeyt" für die Bauern
Worum es den Auständischen des Bauernkriegs in Deutschland ging ist im Kern Gerechtigkeit.
Gerechtigkeit bezog sich für einzelne Gruppen unter den Aufständischen durchaus auf unterschiedliche Aspekte, je nachdem wie die Lebens- und Arbeitsbedingungen waren. Die Bauern forderten Gerechtigkeit bei der Verteilung von Aufgaben und Diensten, bei der Festlegung von Abgaben. Sie forderten eine gerechte und menschenwürdige Behandlung.
Für die Aufständischen unter der Stadtbevölkerung ging es um Gerechtigkeit bei der Teilhabe und bei der Auseinandersetzung mit den weltlichen und geistlichen Herren ihrer Stadt.